Die beste Systemkamera 2018

Falls du aktuell eine Spiegelreflexkamera besitzt, sind dir bestimmt schon die Leute mit den Systemkameras aufgefallen… Diese „schnuckeligen“, kleinen Kameras, die alles können was du an (d)einer Spiegelreflexkamera schätzt:

  • Wechselobjektive: für jede Fotosituation das perfekte Objektiv
  • Bildqualität: 20, 30 oder 40 Megapixel? Kein Problem!
  • Manuelle Kamerasteuerung! Vollautomatik ist einfach langweilig und das Bildergebnis wird vom Zufallsgenerator bestimmt. Nein danke!

Zusätzlich haben Systemkameras gegenüber den Spiegelreflexen folgende gigantische Vorteile

  • Größe: In eine Hosentasche passt eine Systemkamera nicht. Aber sie sind deutlich kompakter als selbst die kleinste Spiegelreflex. Du sparst mindestens die Dicke des Spiegels ein. (mehr dazu weiter unten)
  • Gewicht: Mit einer Systemkamera wirst du rund die Hälfte bis sogar 2/3 zu deiner Spiegelreflexausrüstung einsparen. Die Hälfte wenn du von einer kleinen bis mittleren Spiegelreflex kommst und 2/3 wenn du von einer Vollformat Spiegelreflex kommst.
  • Live-Bild vor der Auslösung: Du siehst bereits die Belichtung inklusive aller Parameter (Blende, Zeit, ISO, Belichtungskorrektur, Weißabgleich…) DAS IST GENIAL und spart dir viele Testfotos. Bzw. du weißt schon vor der Aufnahme, dass die Aufnahme glücken wird. Gamechanger!

 

Moment mal: Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Spiegelreflexkameras und Systemkameras?

  1. Ganz simpel: Beide haben Wechselobjektive, eine hohe Bildqualität und die Möglichkeit der voll manuellen Kamerasteuerung.
    Aber was ist nun der Unterschied? Spiegelreflexkameras haben einen Spiegel. Systemkameras nicht. Dadurch sind Systemkameras circa 3,5 Zentimeter dünner als eine mittelgroße Spiegelreflexkamera. Zu Vollformatkameras-Spiegelreflexkameras sind Systemkameras sogar 4 Zentimeter dünner.

2. Weiterhin haben fast alle Systemkameras einen elektronischen Sucher. Das heißt du siehst beim Blick in den Sucher einen kleinen Computermonitor. Bei Spiegelreflexkameras schaust du über den Spiegel (und das Pentaprisma) die Realität an. Was ist besser? Geschmackssache! Systemkameras verbrauchen wenn du durch den Sucher schaust Akku, bei den Spiegelreflexkameras kannst du schauen so lange du willst ohne Akku zu verbrauchen. Aber dafür haben die elektronischen Sucher einen anderen Vorteil: Sie simulieren VOR der Aufnahme das finale Bild. Sprich alle Parameter wie Blende, Zeit, ISO, Weißabgleich … Werden bereits simuliert. Du weißt schon vor der Aufnahme wie das Bild aussehen wird. Ich finde das so genial, dass ich es einfach nochmal betonen muss. Die alten Systemkameras 2014 und davor hatten noch eine deutliche Zeitverzögerung. Bei den neuen Modelle ist die Zeitverzögerung unter 1/100 Sekunde. Die meisten Menschen merken gar keinen Unterschied von Realität zur Anzeigegeschwindigkeit auf dem Sucher-Monitor.

 

3 Grundsätzliche Ratschläge zum Systemkamerakauf, wenn du eine Spiegelreflex behalten willst:

Wenn du bereits eine Spiegelreflexkamera hast und diese auch behalten willst, empfehle ich:

  1. Kaufe eine möglichst kleine Systemkamera. Kein Vollformat. Kein Mittelformat. Wahrscheinlich nichtmal APS-C. Ich rate zu MFT/M43. (dazu gleich mehr)
  2. Auch bei den Objektiven würde ich NICHT die lichtstärksten Varianten kaufen, sondern gezielt ebenfalls auf klein+leicht achten. Denn sonst wird das Gewicht wieder unnötig ansteigen.
  3. Begrenze dich bei den Objektiven! Ich empfehle ein Universalobjektiv bei MFT wäre das dieses 12-60 mm welches 200 Gramm wiegt und dann noch ein weiteres für dein Hauptfotomotiv z.B. Für Porträts würde ich bei MFT/M43 dieses hier kaufen:

Das wiegt leichte 125 Gramm. Damit bleibst du für deine gesamte Fotoausrüstung mit allem Zubehör auf jeden Fall deutlich unter 1 Kilogramm.

 

 

Welche spiegellose Systemkamera ist optimal für Reisefotografie?

Technisch geeignet sind alle Kameras. Jedoch ist bei Reisefotografie das Gewicht ein großer Faktor. Ich selbst habe meine 10 Kilo Fotoausrüstung lange genug auf Wanderungen, auf Berge und überall hin getragen … (Neuseeland, USA, …) Bis ich es eingesehen habe und nun federleicht glücklich bin. Und trotzdem sehr gute Bildergebnisse habe.

 

Mein Lieblingssystem ist das M43 / MFT System. Dabei ist der Kamerasensor ungefähr halb so groß wie ein Vollformatsensor. Man ist bei der Bildqualität aber sehr nah dran an dem was die Einsteiger- und Mittelklasse Spiegelreflexkamera bieten.

Und vor allem ist man VIEL VIEL LEICHTER untwegs.

Zum Vergleich mein „altes System“ (was ich noch besitze, aber nie mehr auf Reisen mitnehme)

Canon Vollformat 5D Mark IV

800 Gramm wiegt die Kamera ohne Objektiv.

Das bedeutet, dass meine „alte“ Spiegelreflexkamera OHNE Objektiv bereits mehr wiegt als meine komplette MFT-Ausrüstung inklusive ZWEI Objektiven und Stativ…

Auf Reisen hatte ich für meine Canon meist 3-4 Objektive dabei. Mitgenommen habe ich meist das 24 mm TS-E für Architektur, das 35mm 1.4 für Street, das 70-200 2.8 für Tiere und entfernte Motive und wenn ich vor hatte viel Porträts zu fotografieren dann noch das 85mm 1.2.
Somit trage ich mal locker 570 + 580 + 1500 + 1000 = 3,6 Kilo alleine an Objektiven. Und ich bin kein Einzelfall. Immer wenn ein leicht bis stark verschwitzter Tourist mit großem Rucksack unterwegs ist, dann ist meist eine Spiegelreflexausrüstung im Rucksack drin.

Speziell für das 24mm nutze ich gerne ein Stativ samt Getriebeneiger was in Summe nochmal über 3 Kilo wiegt.

Macht ohne Zusatzakku oder sonstiges Zubehör 7,4 Kilo. Da ich das nicht in der Hand trage kommt ein bequemer Rucksack hinzu der dank Hüftgurt und Polsterung 2,9 Kilo wiegt. Also 10,3 Kilo in Summe. Oha! Wer soll das tragen?

 

Mein neues System – perfekt für Reisen:

500 Gramm für Kamera, Akku, Objektiv, Speicherkarte. Hinzu kommt mein Porträtobjektiv (siehe oben) mit 125 Gramm, damit ich tolle Fotos von meinen Mitreisenden und den Einheimischen machen kann. Ich nehme als Stativ dieses hier mit, es wiegt nur 190 Gramm:

MIT Stativ bin ich so bei rund 800 Gramm. Ohne bei 600 Gramm. Für dieses geringe Gewicht brauche ich keinen Spezialrucksack der super gepolstert ist, sondern kann jede Umhängetasche oder jeden kleinen Rucksack nehmen.
Für Tagesausflüge verzichte ich sogar auf den Rucksack und das Stativ und auch auf das Porträtobjektiv und hänge mir die Kamera damit um:

 

Warum ich mich für MFT/M43 entschieden habe

  • Ich will und wollte LEICHT unterwegs sein.
  • APS-C oder gar Vollformat Systemkameras ohne Spiegel wiegen mit Objektiven schnell ähnlich viel wie die Spiegelreflexbrüder
  • Ich bin bereit für meine privaten Fotos kleine Einbußen bei der Auflösung hinzunehmen. Ich brauche nicht jeden Urlaubsschnappschuss mit 30, 40 oder 50 Megapixel. Mit 16-20 Megapixel kann ich A3 Fotobücher in voller Qualität drucken. Mehr brauche ich nicht.
  • Das System überzeugt mich durch sein geniales Objektivangebot: Es gibt lichstarke und teure Objektive, es gibt Original und Fremdanbieterobjektive, es gibt eine riesige Auswahl was Preis/Gewicht/Qualität angeht. Bei Sony z.B. der a7 Reihe gibts nur teuer, schwer, sehr gut und nur vom Originalhersteller. (Inzwischen auch von Sigma aber auch dort schwer und immer noch preislich in der Oberliga)
  • Ich habe Objektiv-Adapterlösungen nach zahlreichen Tests ausgeschlossen. Hauptgründe: Die „richtig guten“ Adapter kosten schnell 800 Euro. Sie erhöhen wieder das Gewicht. Sie haben immer einen langsameren Autofokus. Und das schlimmste: Wenn ich an den Adapter meine „alten“ Vollformatobjektive anschraube, dann bin ich beim Objektivgewicht wieder genau so schlimm unterwegs wie zuvor bei der Spiegelreflex. Kann kann ich gleich bei der Vollformat Spiegelreflex bleiben.