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DNG – das Dateiformat der Zukunft

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DNG – das Dateiformat der Zukunft

Bei unseren Fotoworkshops arbeiten wir mit den unterschiedlichsten Kameramodellen von unterschiedlichen Herstellern – und damit auch mit unterschiedlichen Kameraformaten. Die herstellereigenen RAW-Formate sind meist verschlüsselt und so können die Rohdatenformate meist nur von bestimmten Software-Applikationen gelesen werden. Das erschwert einerseits den Austausch und andererseits auch die Archivierung.

Stichwort bei der Archivierung ist die Dauer.

Wie lange willst du deine Fotos archivieren (= wie lange sollen die Fotos nutzbar, im Zugriff sein)?

„Für immer“ antworten viele gedanklich.

Jedoch kennt jeder das Problem, dass die Technik immer weiter voranschreitet. Wer hat heute noch USB 1.0 im Einsatz? Oder eine Serielle Schnittstelle? Vermutlich weniger als 0,01 % der Bevölkerung hat das noch im Einsatz. Und USB 1.0 ist gerademal 20 Jahre alt.

Genauso verbessern die Hersteller ihre Kameras und ihre RAW-Formate. Und wenn wir mal gedanklich 20 Jahre in die Zukunft reisen, behaupte ich einfach mal, dass dein Kamerahersteller dir lieber seine neueste und tollste Kamera  verkaufen will, anstelle dir eine Software bereitzustellen, um deine uralt-Fotos auf dem Jahr 2015 auf „Windows 25“ anzuzeigen.

Bei der Archivierung müssen wir uns also von den Herstellern lösen und eine herstellerübergreifendes Standard-Format suchen…

Das Dateiformat DNG bietet für dieses Dilemma die Lösung und soll sich zu einem universellen RAW-Format etablieren.

DNG (= engl. Digital Negative) ist ein von Adobe entwickeltes offenes Archivformat für die von Digitalkameras erzeugten Rohdaten. (RAW-Datei) Damit wurde für unterschiedliche Kameramodelle und -hersteller ein einheitlicher Standard ermöglicht. Rohdatenformaten sind in der digitalen Fotografie äußerst beliebt, da sie eine höhere kreative Kontrolle bieten. Spätestens mit unserem Workshop Lightroom 1 weißt du warum RAW viel mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung bietet als JPG.

Einige Fakten und Vorteile von DNG

  • Das Format DNG ermöglicht außerdem, dass neben den Bilddaten beliebige Metadaten eingebettet werden können. (Stichworte, GPS, Entwicklungen, …)
  • Adobe hat die Spezifikationen des Formats für die Kamerahersteller offengelegt, sodass die Softwarehersteller bei der Entwicklung ihrer Programme darauf zurückgreifen können. Eine Liste der Kameras, die das Format bereits unterstützen, findet ihr unten.
  • Kompatibilität: Selbstverständlich ist das Format mit den gängigen Adobe Programmen wie Adobe Photoshop (ab Version CS), Adobe Photoshop Elements (ab Version 3.0) oder Adobe Photoshop Lightroom kompatibel. Aber auch mit anderen Programmen wie ACDSee Pro und ACDSee Ultimate, Aperture, PhotoLine, SilverFast, sowie der freien Software DCRaw kann mit dem Format gearbeitet werden. Tendenz: Die Unterstützung für DNG wird immer umfassender.
  • Man kann DNGs in Lightroom erstellen. Zusätzlich kann man ohne Lightroom DNGs erstellen: Mit dem kostenlosen DNG-Converter (Download Windows, Download Mac). Dieser wandelt deine RAW-Fotos in DNG-Dateien umwandelt.
  • Geringer Speicherbedarf: DNGs sind 20-30 Prozent kleiner als RAWs! Dabei entsteht kein Qualitätsverlust! (verlustfreie Komprimierung aktivieren)

Für mich als Fotografen und Workshop-Veranstalter ist der effizientere Arbeitsablauf, der dieses Format ermöglicht der größte Vorteil. So kann ich schnell und effektiv die Rohdaten von unterschiedlichen Kameramodellen und von unterschiedlichen Herstellern einheitlich verarbeiten. Damit bin ich unabhängig von Metadaten oder Kamerahersteller-Support, da ich auf die Dateien immer Zugriff mit mehreren Software-Lösungen habe.

Langfristig ist die Archivierungssicherheit auch ein großes Plus: mit DNG ist garantiert, dass die Rohdateien auch noch nach mehreren Jahren problemlos geöffnet werden können.

 

Es gibt inzwischen einige Kamerahersteller, die DNG statt RAW direkt in der Kamera fotografieren. Vorreiter sind Leica, Sony, Samsung, Pentax, Casio, …

Liste der Kameras, die Fotos direkt in der Kamera als DNG erstellen (Stand August 2015)

  • Casio (Exilim EX-10, Exilim EX-100, Elixim EX-100PRO, Exilim EX-F1, Exilim EX-FC300S, Exilim EX-FC400S, Exilim EX-FH20, Exilim EX-FH25, Exilim EX-FH100, Exilim EX-ZR1000, Exilim EX-ZR1100, Exilim EX-ZR1200, Exilim EX-ZR1300, Exilim EX-ZR1500, Exilim EX-ZR700, Exilim EX-ZR710, Exilim EX-ZR750, Exilim EX-ZR800, Exilim EX-ZR850)
  • Hasselblad (H2D, H2D-22, H2D-39)
  • DJI Phantom
  • Leica (C (Typ 112), Digital-Modul-R, M Monochrom, M (Typ 240), M8, M9, M-E, M-P, S, S2, S3, X (Typ 113), X1, X2)
  • Nokia Lumia 1020
  • Pentax (K10D, K20D, K200D, K2000, K-3, K-5, K-5 II, K-5 Iis, K-7, K-S1, K-x, K-30, K-50, K-500, Q, Q7, QS-1, MX-1, Q-10, 645D, 645Z)
  • Ricoh (GR Digital, GR Digital II, GR Digital III, GR Digital IV, GX100, GX200, GXR, S10 24-72, mm F2.5-4.4 VC, GXR, GR A12 50 mm F2.5 MACRO, GXR, GR LENS A12 28 mm F2.5, GXR MOUNT A16 24-85 mm F3.5-5., GXR, GXR P10)
  • Samsung (EX2F, GX-10, GX-20, Pro 815)

 

Diese Dateiformate können in DNG umgewandelt werden

Ich bin Stand heute auf kein RAW-Format gestoßen, das NICHT umgewandelt werden kann. Gehe davon aus, dass alle Kameras, alle RAW-Dateitypen kompatibel sind.

Juhu!

 

Anzeige von DNG ohne Spezialprogramm direkt im Explorer/Finder

Wie schön wäre es, wenn man DNGs direkt am Mac im Finder

oder am Windows-Rechner im Explorer anzeigen könnte…

Das geht.

Kostenlos!

Hier erkläre ich wie es in Windows 7 und 8 geht.

Mit Mac / OSX geht es so: Mac kaufen. Einschalten. Es geht. 🙂

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