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Eine Warnung an alle Selbstständigen und Freiberufler in Zeiten der Corona Krise

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Im Zuge der Corona Krise hat der deutsche Staat ein Hilfspaket aufgelegt, welches speziell kleinen Selbstständigen helfen soll, über diese Zeit hinweg zu kommen. Die Hilfszahlung richtet sich nach der Anzahl der Mitarbeiter, die du hast (bis 5 Mitarbeiter = 9.000 €) und nach der Bedarfshöhe. In diesem Artikel möchte ich dir aufzeigen, was du aus meiner Sicht mit dem Geld machen solltest und was nicht…

 

  1. Wenn du den Antrag ausgefüllt hast, bekommst du das Geld innerhalb weniger Tage ungeprüft ausgezahlt.

    Das klingt erst mal toll, bedeutet aber, dass die Prüfung deines Antrags noch nachträglich erfolgen wird. Und zwar nachdem die Corona Krise vorbei ist und in den Ämtern wieder genügend Beamte/Sachbearbeiter/… sitzen, die dafür Zeit haben. Was ich damit sagen will ist, dass du das Geld gegebenenfalls zurück zahlen musst! Dies gilt dann, wenn dein Antrag falsch war oder die Fakten/Begründungen darin nicht stimmen… Da vorab niemand von uns wissen kann, wie diese Entscheidungen ausgehen, empfehle ich dieses Geld sehr konservativ zu verwenden. Im Idealfall gar nicht – zumindest so lange, bis du einen finalen Bescheid über die Zuteilung bekommst.

  2. Dieser Punkt ist aus meiner Sicht noch vollkommen ungeklärt: Zählt dieses Geld zum versteuernden Einkommen hinzu?

    Wenn ja, bedeutet das, dass du noch deine Einkommenssteuern darauf abführen musst. Je nach deinem Verdienst kann sich das Geld fast halbieren ( Spitzensteuersatz 42% bzw. 45%). Wenn du also Geld ausgeben willst oder musst, dann behalte zumindest so viel, dass du im Zweifel deine Steuern darauf noch bezahlen kannst.

  3. Mache mit dem Geld auf keinen Fall Privatentnahmen oder sonstige Konsum-Ausgaben!

    Damit meine ich einen neuen Fernseher, ein neues E-Bike,… Warum? Dieses Geld ist zur Sicherung deines Unternehmens gedacht und nicht für dein Privatvergnügen.

  4. Wenn du aber doch Geld ausgeben willst, dann beachte zumindest diesen Punkt: für wie viele Monate hast du Rücklagen?

    Damit meine ich: wie viele Monate kannst du mit null Einkommen bei Beibehaltung eines normalen Lebensstandards weiter existieren? Wenn deine Rücklagen für weniger als drei Monate halten, dann gib bitte nichts von dem Geld aus, sondern packe es auf dein Rücklagen Konto. Ich empfehle für diesen Zweck ein eigenes Konto zu haben. Dann bist du nicht so leicht verführt, es doch irgendwann auszugeben. Ob Tagesgeldkonto oder ein Unterkonto oder ein eigenes Girokonto bei einer anderen Bank ist im Endeffekt egal, wichtig ist nur, dass es aus dem “leichten Zugriff” verschwindet. Wenn deine Rücklagen länger als drei Monate halten, empfehle ich dir trotzdem darüber nachzudenken, dieses Geld ebenfalls der Rücklagen hinzuzufügen. Denn: wie wir gerade sehen, gibt es nicht nur gute und einfache Wirtschaftszeiten, sondern auch schwierigere Zeiten. Niemand kann dir voraus sagen, wie die Wirtschaft nach Corona weitergehen wird. Für mich eher unrealistisch ist es, dass es danach einen riesen Aufschwung gibt. Vermutlich werden wir in eine leichte bis schwere Rezession geraten. Was wiederum für dich als Selbstständigen bedeutet, dass nach Corona die Auftragslage leicht bis stark zurückgehen wird. Wenn dieses Szenario eintritt, dann wirst du das Geld im Jahresverlauf und gegebenenfalls auch noch im nächsten Jahr dringend brauchen.

  5. Wenn du alle Punkte beachtet hast und dennoch Geld ausgeben willst (oder musst…), dann gib es nur für Dinge aus, die in deinem Unternehmen wirklich zu mehr Umsatz, neuen Kunden oder sonstigen Einnahmen führen.

    Um es klar auszusprechen: eine neue Kamera wird dir keinen Cent mehr Umsatz bringen! Speziell dann, wenn du bereits eine Kamera hast, die fünf Jahre oder jünger ist. Denn dann hat deine Kamera genügend Auflösung für 99 % der typischen Anforderungen im Privat- und Geschäftskundenbereich.

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