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Fotografische Filter: Gebrauch und Nutzen

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Fotografische Filter: Gebrauch und Nutzen

Filter werden vor dem Objektiv einer Kamera angebracht, um das Bild bereits vor dem Auftreffen auf Objektiv und Film oder Bildsensor zu verändern. Es handelt sich dabei meistens um planparallele Glas- oder Kunststoffscheiben, die entweder eingefärbt sind oder deren Oberfläche eine bestimmte Struktur besitzt. Filter dienen sowohl zur Korrektur als auch für Effekte.

Neutraldichtefilter / Graufilter

Durch Neutraldichtefilter (oft auch Graufilter genannt) kann man eine gleichmäßige Abdunkelung im Bild erreichen. Der große Vorteil ist, dass die Farbwiedergabe dabei aber nicht verfälscht wird. In der Fotografie ist dieser Filter sinnvoll, wenn das Aufnahmelicht zu hell ist und man dementsprechend mit Überbelichtung zu kämpfen hat. Oder auch, wenn gewünschte Blendenwerte oder Belichtungszeiten nicht eingehalten werden können.

Übrigens: für die Sonnenbeobachtung werden auch Graufilter eingesetzt. Allerdings dürfen diese maximal 0,1 Promille (!) der Sonnenstrahlung durchlassen.

UV Filter

Ein UV- Filter nutzt in zweierlei Hinsicht:

Einerseits blockt der Filter ultraviolettes Licht ab. Zwar ist dieses Licht für das menschliche Auge unsichtbar, aber auf dem Film führt es zur Belichtung der blauempfindlichen Schicht. Die Bilder haben somit einen blauen Farbstich und können außerdem unscharf werden. Allerdings blenden moderne Kameras durch fortgeschrittene Technik diesen Effekt bereits ohne Filter aus.

Andererseits schützt der UV-Filter die Frontlinse deine teuren Objektive vor Beschädigung. Oft führen Kratzer, Steinschläge oder aggressive Flüssigkeiten wie Salzwasser (Meer!) oder Säure zum Austausch des Objektivs. Der Wechsel eines UV-Filters ist dabei um einiges preiswerter.

Polarisationsfilter

Die Definition eines Polarisationsfilters ist, dass er nur Licht einer Schwingungsebene passieren lässt und Licht aller anderen Schwingungsebenen sperrt. Einfach gesagt eignet sich der Filter dafür, Lichtstrahlen, die in der „falschen“ Ebene schwingen zu unterdrücken.

In der Fotografie kann der Filter unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen (wie Wasser, glänzende Gegenstände oder Haut) unterdrücken. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Polfilter geeignet ausgerichtet ist.

Der Filter wird auch oft für die Abdunkelung eines blauen Himmels verwendet. Der Großteil des hellen Himmellichts wird zurückgehalten, sodass der Himmel auf dem Foto dunkler und kräftiger erscheint. Somit kommen zum Beispiel weiße Wolken viel besser zur Geltung.

(Grau-)Verlaufsfilter

Als den einzigen Effektfilter will ich an dieser Stelle den Verlaufsfilter vorstellen. Grauverlaufsfilter sind zur Hälfte eingefärbte Neutraldichtefilter mit einem weichen Übergang zwischen hell und dunkel. Das erlaubt die partielle Abdunkelung des Bildes. So werden zu hohe Kontraste durch Abdunkelung der zu hellen Stellen korrigiert. Beliebt ist der Filter vor allem wenn es um dramatische Lichtstimmungen, wie zum Beispiel einen besonders dunklen Himmel, geht.

Ohne Verlaufsfilter:

Ohne Grauverlaufsfilter: Himmel leicht überbelichtet, Wolken und schneebedeckte Berge gehen ineinander über :-(
Ohne Grauverlaufsfilter: Himmel leicht überbelichtet, Wolken und schneebedeckte Berge gehen ineinander über 🙁

Mit Verlaufsfilter:

Mit Grauverlaufsfilter: Himmel wird abgedunkelt. Dadurch keine Überbelichtung mehr und das Blau des Himmels ist viel schöner / gesättigt
Mit einem 2 Blendenstufen-Grauverlaufsfilter: Himmel wird abgedunkelt. Dadurch keine Überbelichtung mehr und das Blau des Himmels ist viel schöner / gesättigt

 

Wenn du dich für Filter interessierst schau dir diesen Blog-Beitrag an, in dem ich einen Tipp für ein unschlagbar günstiges Filter-Set gebe.

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