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Testbericht Leica Q – Vollformat für die Hosentasche + Download vollaufgelöste Fotos

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Leica stellt Premium Kameras her für Leute denen Qualität sehr wichtig ist. Für meinen Berufsalltag als Hochzeitsfotograf und Werbefotograf will ich bei Menschenfotografie vor allem eines: einen sehr schnellen Autofokus. Bisher war Leica daher für mich außen vor, da alle Kameras rein manuell zu fokussieren sind. (Ausnahme die Mittelformat Leica S. Das übersteigt dann aber so manches Jahresnettoeinkommen… 20.000 Euro für den Body + 6000! bis 8000! Euro pro Objektiv.) Also war Leica für mich bisher nicht wirtschaftlich darstellbar.

Nun kam die Vollformat Kompaktkamera Leica Q heraus und brachte zum ersten Mal einen Autofokus mit. Und was für einen.

Ich kann nach ausgiebigen Tests sagen, dass er nicht nur mit aktuellen Topmodellen 1DX von Canon oder Nikon D4 mithalten kann, sondern sogar nochmal 15-20% schneller ist. Unglaublich was Leica da gezaubert hat.

Die Ursache liegt vermutlich daran, dass ein Objektiv fest mit der Leica Q verbunden ist: Eine 28mm Festbrennweite. Rein darauf einen Autofokus zu optimieren ist wohl einfacher/schneller?!

Hier einige Fotos die ich mit der Leica geschossen habe:

Leica Q Bokeh Test - wunderschöne kreisrunde Unschärfe!
Leica Q Bokeh Test – wunderschöne kreisrunde Unschärfe!
Leica Q Testbericht: Der Makromodus offenbart kleinste Details. Die Luftblasen sind circa 1mm groß
Leica Q Testbericht: Der Makromodus offenbart kleinste Details. Die Luftblasen sind circa 1mm groß

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Leica Q Bokeh Test - wunderschöne kreisrunde Unschärfe!
Leica Q Bokeh Test – wunderschöne kreisrunde Unschärfe!
Leica Q Langzeitbelichtung: Kein Problem!
Leica Q Langzeitbelichtung: Kein Problem!
Leica Q mit Blende f1,7 kann man schön Elemente freistellen
Leica Q mit Blende f1,7 kann man schön Elemente freistellen
Leica Q 28mm sind nicht für Portraits geeignet? Die integrierte 50mm Cropfunktion machts doch möglich
Leica Q 28mm sind nicht für Portraits geeignet? Die integrierte 50mm Cropfunktion machts doch möglich
Leica Q Dynamiktest bestanden. Starkes Gegenlicht mit einer Belichtung eingefangen.
Leica Q Dynamiktest bestanden. Starkes Gegenlicht mit einer Belichtung eingefangen.

Aber erstmal die positiven Fakten zur Leica Q:

  • die günstigste Leica Vollformatkamera bis dato.
  • Festbrennweite mit 28mm bei Lichtstärke von f/1,7
  • sehr Kompakte und leichte Kamera mit nur 640g inkl. Akku. (Zum Vergleich: Bei Canon wiegt alleine ein ungefähr ähnlich lichtstarkes Objektiv, das 28mm 1,8 über 300g. Wenn man noch eine Vollformat wie die 6D dazunimmt kommt man auf 755+300 = 1,05kg)
  • sehr hochwertige Verarbeitung. Alles fühlt sich gut und solide an. Leica eben.
  • schön aufgeräumtes Menü. Vor allem: nicht soviele unnötige Menüpunkte wie bei üblichen Spiegelreflexen der großen Hersteller, wo man oft 30 oder noch mehr Menüseiten/Untermenüs hat.
  • DNG aus der Kamera
  • wunderschöne scharfe Bilder direkt aus der Kamera mit 24 Megapixel (6000×4000 Pixel Kantenlänge)
  • auch die Farben sind natürlich und schön
  • universelles Objektiv! Denn es hat einen echten Makro-Modus mit dem man nochmal näher ans Motiv kann. Schaut euch die Bilder unten an z.B. die Blubberblasen im Aperol-Glas sind mit dem Makro gemacht.
  • Bokeh erwartungsgemäß sehr schön: kreisrund
  • Bedienung einfach zu erlernen. Schnelle Bedienung aller essentiellen Funktionen wie Blende, Zeit, ISO, Belichtungskorrektur, …

Neutrales zur Leica Q:

  • Man kann kameraintern einen digitalen Crop/Zoom mit einem Tastendruck aktivieren, so dass man von 28mm auf 35mm und 50mm umschalten kann. Da genug Auflösung da ist reicht es für viele Zwecke aus. Wer aber ein 50mm Foto mit 24 Megapixeln braucht, muss eine andere Kamera kaufen.
  • einmal hat die Kamera gesponnen und die Belichtungskorrektur ging nicht mehr. Auch ein und ausschalten führte zu keiner Besserung. Dumm, dass es mitten in einem Auftrag passiert ist. Gut, dass ich eine weitere Vollformatkamera dabei hatte und nahtlos weiterarbeiten konnte. Der Fehler war nicht reproduzierbar. Ich hoffe das wird in einer Firmwareversion behoben.

Negatives zur Leica Q:

  • zusätzlich zum DNG wird immer ein JPG abgespeichert. Das ist im Menü mit der Firmware die ich getestet habe, nicht abstellbar. Ich brauche keine JPGs
  • nur ein Speicherkartensteckplatz. Ein Killerargument für mich als Sicherheits-Junkie. „Doppelt gespeichert hält besser“
  • leider ist Leica niemals billig. 3999,- Euro werden aktuell aufgerufen. Mehr als doppelt soviel wie eine Vollformatkamera z.B. Canon 6D (1400 Euro) +  28mm 1,8 Festbrennweite (330 Euro). Selbst wenn man noch ein 100mm Makro (550 Euro) dazukauft bleibt es fast beim Doppelten Preis bei Leica. Dafür muss man bei Canon oder Nikon oder egal welchem Spiegelreflexhersteller dann aber auch ordentlich schleppen…

 

Fazit:

Wer eine kleine, leichte, sehr hochwertige Kamera sucht, der hat aktuell nur Sony A7 und Leica zur Auswahl. Sony punktet bei technischen Features und Preis. Leica bei Qualität und Einfachheit. Eine Probefahrt mit der Kamera könnt ihr z.B. im Leica Store Stuttgart am Hauptbahnhof machen (Photo Planet).

 

 

 

Du willst die oben gezeigten Fotos in GROOOOSS sehen?

Hier die vollaufgelösten* JPGs zur privaten Nutzung (kein Verkauf/Lizensierung oder sonstige kommerzielle Nutzung): Download ZIP mit 8 vollaufgelösten Beispielfotos der Leica Q.

*vollaufgelöst heißt so wie die DNGs aus der Kamera kamen. Sprich, wenn ich mit 50mm oder 35mm Crop fotografiert habe, sind die Bilder Kameraintern beschnitten worden und somit nichtmehr 6000×4000 Pixel, sondern z.B. 3360×2240 bei 50mm

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2 Antworten zu “Testbericht Leica Q – Vollformat für die Hosentasche + Download vollaufgelöste Fotos”

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