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Inspiration als Fotograf – 5 Inspirationsquellen für Künstler, Fotografen, Maler und Grafiker

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Kein Künstler ist während der ganzen vierundzwanzig Stunden seines täglichen Tages ununterbrochen Künstler; alles wesentliche, alles dauernde, das ihm gelingt, geschieht immer nur in den wenigen und seltenen Augenblicken der Inspiration.

Dieses Zitat von Stefan Zweig hat mich irritiert. …

… Ich glaube wir haben eine gesellschaftlich falsche Vorstellung von „Künstler“ und „Inspiration“.

Ich will mich an eine Neudefinition wagen: Künstler sind für mich Menschen, die etwas erschaffen. Was das ist, sei dahingestellt – ob Fotos, Steinskulpturen oder Origami. Um etwas zu erschaffen gehört zum einen das grundlegende Verständnis der eigenen Kunst. Zum anderen die Inspiration. Und zu guter letzt: Die Tat, also die Umsetzung.

Inspiration will ich für mich nicht als „Eingebung“ definieren oder etwas, das man sich abschaut, sondern als die Summe aller eigenen Erfahrungen, Eindrücke und Emotionen die in eine Handlung kanalisiert werden.

Wow, hab ich das gerade wirklich geschrieben 😉 Vielleicht steht das mal in einem Lexikon 🙂

Ihr seht worauf ich hinaus will. Inspiration ist für mich nicht, dass man unter der Dusche die Idee hat die Mona Lisa zu malen. Inspiration ist für mich vielmehr das Ergebnis aus Vorbereitung, Geduld, Recherche, Übung, Fehlschlag (!), erneuter Übung und irgendwann Perfektion.

Daher meine 5 Empfehlungen für alle die 1. inspiriert werden wollen und 2. die Inspirationen produktiv umsetzen wollen:

  1. 1. Laßt euch inspirieren! Dazu benötigt ihr ein kleines bisschen Zeit. Sei es zuhause auf dem Sofa bei durchblättern eurer Lieblingszeitschrift (die sich hoffentlich mit eurer Kunst beschäftigt) oder beim stöbern auf interessanten Blogs zu eurem Thema.

 

  1. 2. Sammelt die Bruchstücke die euch ansprechen und baut so einen Schatz an Inspirationsquellen auf! Ich mache das momentan noch getrennt digital und analog. Das heißt ich sammel in einem halben Dutzend DIN A4 Ordnern alle Fotos die mich besonders angesprochen haben. Ich reiße sie dazu aus der Zeitschrift, loche sie und hefte sie ab. Dazu nutze ich eine Kategorisierung nach Typ. Da mein Schwerpunkt die Fotografie von Menschen ist, habe ich Fotos getrennt nach Einzelaufnahmen von Frauen, Einzelaufnahmen von Männern, Gruppen von Frauen, Gruppen von Männern, Liebespaaren gleichgeschlechtlich, Liebespaaren getrenntgeschlechtlich, Kinder, etc. Das hat den Vorteil, dass ich bei „Inspirationsmangel“ einfach einen Ordner aufschlage, ein paar Seiten durchblättere und dann meist etwas tolles finde. Ihr seht, es ist also kein Zufall mehr, sondern Vorbereitung im Spiel.

 

  1. 3. Sammel eure digitalen Fundstücke in einer strukturierten Form. Ich nutze dazu Evernote. Ein kostenloses Programm, das es für Mac, Windows, iPhone, iPad, Android, … gibt. Das tolle ist, dass man damit ganze Webseiten, einzelne Fotos, Notizen oder auch Sprache speichern kann. Genial das Programm! Ich habe hier verschiedene Kategorien, so sortiere ich z.B. meine Locations nach einer Struktur in verschiedenen Notizbüchern, und sammel auch diverse Bildideen.

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  1. 4. Macht mindestens 1x im Monat oder wenn eure Zeit das zuläßt 1x pro Woche ein Fotoprojekt. Setzt dazu eine eurer Lieblingsbildideen um. Entweder macht ihr das als möglichst originalgetreue Kopie oder ihr plant schon vorher eine „Verbesserung“ des Ursprungskonzepts nach eurem Geschmack.

 

  1. 5. Wenn etwas nicht klappt macht euch wieder Notizen, recherchiert woran es lag oder schickt mir ein Foto und fragt mich!

 

  1. BONUS: 6. Wenn iht Schritt 4 umsetzt, habt ihr nach einigen Monaten eine schöne Sammlung von geplanten und umgesetzten Fotos – Taadaa: euer Portfolio / euer Werk. Glückwunsch! Nun dient ihr vielleicht bald selbst als Inspirationsquelle für Nachwuchskünstler.

 

PS: Nicht nur Nachwuchskünstler holen sich Inspirationen, ich kenne zwei weltbekannte Fotografen, die für Vogue etc. fotografieren und genau das tun, was ich oben beschrieben habe. Ideen sammeln, Ideen durchgehen und Ideen umsetzen. Gerade das Umsetzen ist das Wichtigste! Eine Idee ist wertlos. Und die Umsetzung unterscheidet den Künstler von denjenigen, die in einer Galerie stehen und das Bild ankucken und sich denken „das hätte ich auch gekonnt“… Genau das ist der Unterschied: Die die vor dem Bild stehen, haben es aber nicht gemacht. Können tun viele. Machen nur sehr wenige.

Also los: Gehört zu den Machern! (und Macherinnen) !

 

Und zur Inspiration 😉 noch ein Zitat zum Abschluß:

Ich habe festgestellt, dass die Inspiration erst kommt, wenn man mit der Arbeit schon mal angefangen hat. Die Inspiration allein bringt einen noch nicht dazu, etwas zu tun. (Lauren Hutton)

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