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Scharfe Portraits fotografieren – 4 Tipps für schärfere Fotos

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Mich hat die Frage von Workshopteilnehmerin Manuela erreicht, was Sie an einem Portrait-Foto verändern kann, um ein noch schärferes Portrait zu bekommen. Hier das Foto, um das es geht:

Zuerst einmal: Sehr gut gemacht! Du hast ein schönes, sehr gleichmäßig Licht gefunden. Welches trotzdem leichte Schatten erzeugt und so für eine dreidimensionalität im Gesicht deines Modells sorgt.

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Die Kameraeinstellungen waren: Blende 6,3 Belichtungszeit 1/30s, Brennweite 66mm an einer Nikon D3100 und ISO 2500.

Wenn wir das Bild ohne Vergrößerung anschauen, sieht es ganz normal scharf aus!
Erst wenn man deutlich reinzoomt kann man eine minimal Unschärfe erkennen. Speziell an den Wimpern.

Woran lag es?

Ganz klar: Die Verschlusszeit ist der Übeltäter.

Wer im Einsteigerkurs war kennt ja bereits die Formel für verwacklungsfreie Bilder ohne Stativ. Wer noch nicht im Einsteigerkurs war, kann hier alle Termine für künftige Kurse sehen:
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Mit dieser Formel könnt ihr die Verwacklungsunschärfe ausschließen. Schauen wir nochmal auf die Verschlusszeit von 1/30s. Hier hätte mind. eine Zeit von 1/100s ohne Bildstabilisator stehen müssen. Da Manuelas Objektiv aber einen
Bildstabilisator hat und der wohl eingeschaltet war, ist das Bild nicht verwackelt. Der Stabilisator hat gute 3 Blendenstufen kompensiert! Es ist aber etwas anderes passiert: Entweder Manuela oder ihr Modell oder beide (!) haben sich leicht bewegt. Dadurch ist eine leichte Bewegungsunschärfe entstanden.

Das ist vollkommen normal bei lebendigen Motiven. Selbst wenn ihr absolut ruhig steht (oder glaubt absolut ruhig zu stehen) … ist doch immer eine Gefahr von Bewegungsunschärfe da. Die könnt ihr beseitigen, wenn ihr die Verschlusszeit kürzer wählt.

Mein Tipp: Bei Menschen eine Zeit von 1/250!

Wenn sie sich nicht bewegen, sorgt in fast allen Fällen für saubere Bilder ohne Bewegungsunschärfe.

 

Was kann man also machen, damit das Bild noch schärfer wird?

Hier meine 4 Tipps, damit ihr auf die 1/250s Verschlusszeit runter kommt:

  1. Stelle die größtmögliche Blende ein, also eine kleinere Blendenzahl. Bei 66mm und dem verwendeten 18-105mm Objektiv wäre auch Blende 5,3 gegangen. Dadurch gewinnt ihr eine etwas schnellere Verschlusszeit: Von 1/30 kommt ihr so auf ca. 1/40s.
  2. Dreht den ISO Wert noch weiter auf, damit die Verschlusszeit weiter verkürzt werden kann. Geht z.B. auf ISO 3200 und verkürzt die Zeit dadurch weiter auf ca. 1/50 Bei der verwendeten Kamera wird die Bildqualität jenseits von ISO 3200 aber sichtbar abnehmen. Daher meine zwei Tipps, die einen Ausrüstungskauf nach sich ziehen:
  3. Verwendet ein lichtstärkeres Objektiv. Für Nikon empfehle ich dieses 50mm hier: Link zu AMAZON, das sehr günstig ist (unter 200,- Euro) und optimal für Portraits geeignet ist:

Im Vergleich zu verwendeten Objektiv ist dieses um 4 Blendenstufen lichtstärker! Damit kann sowohl die Verschlusszeit deutlich verkürzt werden als auch der ISO gesenkt werden. Ihr könnt also auf eine Zeit von 1/250s runter und den ISO auf 800 senken! (Bei Blende 1,4)

4. Blitz einsetzen! Hier meine gut+günstig Empfehlung für Nikon Spiegelreflexbesitzer: Link zu AMAZON. Damit kann sowohl Zeit als auch ISO noch weiter gesenkt werden.
Mehr zum Umgang mit Blitzlicht erfahrt ihr im Fotoworkshop „Licht 2″.
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BONUS-TIPP: Wenn du leicht unscharfe Bilder hast, dann kann man diese am PC „retten“! Z.B. mit Photoshop und dem Filter „Unscharf maskieren“ oder in Lightroom mit den Schärfen-Reglern. Hier in der Gegenüberstellung einmal das Bild im Original und einmal geschärft mit Photoshop. Ihr seht: Leicht unscharfe Bilder kann man retten!

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Klicke auf das Bild, damit du es in Groß siehts! Links das Originalfoto. Rechts von mir in Photoshop geschärft. Schaut auf die Wimpern, um den Effekt zu sehen. Ich habe ihn bewußt nur dezent angewandt. Es wäre noch deutlich stärker/schärfer gegangen.

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Eine Antwort zu “Scharfe Portraits fotografieren – 4 Tipps für schärfere Fotos”

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